fein


fein

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fein [fai̮n] <Adj.>:
1.
a) von dünner, zarter, nicht grober Beschaffenheit:
feines Gewebe; ihre Haare sind sehr fein; du musst den Kaffee feiner mahlen.
Syn.: duftig, hauchdünn.
b) von angenehm-zartem Äußeren:
ein feines Profil; feine Hände.
Syn.: grazil, zart, zierlich.
2. von ausgezeichneter, hoher Qualität:
eine sehr feine Seife; feines Gebäck; ein feines Essen; der Fisch schmeckt sehr fein.
Syn.: ausgesucht, ausgewählt, edel, erlesen, exquisit, exzellent, famos (ugs.), hervorragend, kostbar, prima, sehr gut, unübertrefflich, vortrefflich, vorzüglich.
3. große Genauigkeit, Empfindlichkeit, Schärfe besitzend, aufweisend; alle, viele Einzelheiten erkennend, wahrnehmend, berücksichtigend:
er hat ein feines Gehör; ein Instrument fein einstellen; die Unterschiede fein herausarbeiten.
Syn.: empfindlich, exakt, 1 genau, klar, prägnant, präzis[e], scharf, sensibel.
4. in seinem Denken, Handeln, Auftreten einwandfrei, anständig, vornehm; von Anständigkeit, Vornehmheit zeugend:
sie ist ein feiner Mensch; sein Benehmen war nicht fein.
Syn.: edel, gehoben, geschmackvoll, gewählt, kultiviert, nobel (geh.).
5. angenehm, erfreulich wirkend; Lob, Anerkennung verdienend:
das ist eine feine Sache; es ist fein, dass ihr gekommen seid; das hast du fein gemacht.
Syn.: entzückend, gut, nett, schön.

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fein 〈Adj.〉
1. zart, zierlich, dünn
2. klein zerteilt, zerkleinert
4. sehr gut, erlesen, vorzüglich (Speisen)
5. 〈umg.〉
5.1 sehr erfreulich, hochwillkommen
5.2 klug, gescheit, tüchtig, anständig
5.3 schlau, geschickt, listig (Plan)
5.4 elegant, prächtig (Kleid)
6. genau, scharf
8. vornehm, gewandt im Benehmen, weltmännisch
9. 〈Met.〉 rein, lauter, frei von unedlen Zusätzen, wertvoll
● \fein!, o \fein! 〈umg.〉 (Ausruf der Freude) ● bei dieser Stickerei handelt es sich um eine besonders \feine Arbeit; eine \feine Dame; ich habe ein \feines Empfinden, Gefühl dafür; \feine Fäden, Handarbeiten, Stoffe; eine \feine Familie 〈a. iron.〉 eine vornehme Familie; \feines Garn, Gewebe, Papier; er hat ein \feines Gehör; sie entwickelt einen \feinen Geschmack; die \feine Gesellschaft; \feines Glas dünnes, leichtzerbrechliches G.; \feines Gold, Silber unlegiertes G., S.; ein \feiner Herr; ein \feiner Kamm mit engen Zinken; ein \feiner Kerl; er liebt die \feine Küche 〈fig.〉 delikate Speisen; \feine Leute; \feine Linien ziehen; \feine Manieren, Sitten; eine \feine Nase haben 〈umg.〉 guten Geruchssinn; eine \feine Nase für etwas haben 〈fig.; umg.〉 etwas leicht, schnell merken, ahnen; ein \feiner Plan! ein schlauer, gut ausgeklügelter Plan; ein \feiner Regen; \feiner Sand; \feine Scheiben Wurst schneiden; ein \feines Sieb ein engmaschiges S.; die \feinste Sorte Mehl; die \feinste Sorte einer Ware beste Qualität; \feine Speisen, Weine; \feine Unterschiede erkennen; er hat \feine Verwandtschaft; eine besonders \feine Ware ● sich zum Ausgehen \fein anziehen 〈umg.〉 sorgfältig, gut kleiden; das habt ihr euch \fein ausgedacht 〈iron.〉 schlau ausgeklügelt; das Fernsehgerät \fein einstellen genau, scharf; \fein machen = feinmachen; \fein schneiden = feinschneiden; sein: das ist aber \fein 〈umg.〉 erfreulich; er ist jetzt \fein heraus 〈umg.〉 er hat es geschafft, es geht ihm gut; er ist der Verantwortung ledig; er hat es erreicht, dass ein anderer den Verlust tragen muss\fein gemahlen = feingemahlen; \fein geschnitten = feingeschnitten; einen Tisch sehr \fein schleifen; 〈aber〉 →a. feinschleifen; sei du mal \fein still 〈fig.〉 sei du nur still, du hast gar keinen Grund, dich zu beklagen, dich darüber aufzuregen ● das Feinste vom Feinen das Allerbeste [<mhd. fin <afrz. fin „zart“ <lat. finis „Grenze“]

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fein <Adj.> [mhd. fīn < (a)frz. fin = fein, zart, über ein galloroman. Wort mit der Bed. »Äußerstes, Bestes« zu lat. finis = Ende, Grenze; Äußerstes, Höchstes]:
1.
a) von dünner, zarter Beschaffenheit:
-es Gewebe;
eine -e Röte überzog ihr Gesicht;
ein -es (engmaschiges) Sieb;
ihr Haar ist sehr f.;
f. geschliffenes Kristall;
f. gesponnenes Garn;
b) von angenehm-zartem Äußeren; nichts Grobes enthaltend, in allen Einzelheiten ausgebildet:
ein -es Profil;
-e Hände haben;
das Mädchen hat ein -es, ein f. geschnittenes Gesicht;
f. geschwungene Augenbrauen;
c) aus kleinsten Teilchen bestehend:
-er Zucker;
Mehl f. mahlen;
f. gemahlenes Mehl;
f. gehackte, geschnittene Kräuter;
f. gestoßener Zimt;
f. vermahlenes Mehl;
f. verteilter Puderzucker;
d) sehr leise u. zart:
er hörte ein -es Stimmchen.
2.
a) einfühlsam, feinsinnig:
einen -en Sinn für etw. haben;
in ihren Worten lag eine -e Ironie;
b) fähig, auch nur andeutungsweise vorhandene Sinneseindrücke wahrzunehmen bzw. auf Impulse zu reagieren; empfindlich, scharf, genau, exakt:
ein -es Gehör haben;
-e Instrumente;
ein -er Beobachter;
Unterschiede f. (alle Einzelheiten berücksichtigend, genau) herausarbeiten;
c) nur einem scharfsinnigen Beobachter (als solches) erkennbar:
f., aufs Feinste/feinste ausgeklügelt.
3.
a) von ausgezeichneter Qualität, hochwertig, erlesen, vorzüglich, exquisit:
-es Gebäck;
es duftet nach einer -en Seife;
-es (reines) Gold, Silber;
die -e Küche (die Zubereitung feiner Speisen);
<subst.:> sie kauft immer nur das Feinste vom Feinen (das Allerbeste, die allerbeste Qualität);
es gab Fußball vom Feinsten (hochklassigen Fußball);
b) (ugs.) erfreulich, lobenswert:
das ist eine -e Sache;
f., dass du wieder da bist;
f. [he]raus sein (ugs.; [nach Überwindung einer Schwierigkeit] in glücklicher Lage sein: wer damals in dieser Branche investiert hat, ist heute f. raus);
c) (ugs.) (von Menschen) anständig, nett:
er ist wirklich ein -er Kerl;
(iron.:) du hast ja eine -e Verwandtschaft.
4. gepflegt, vornehm, elegant [aussehend]:
-e Manieren;
(abwertend:) ein -er Pinkel;
du bist dir wohl zu f. dafür;
f. aussehen;
sich f. machen (sich gut anziehen, sich nett zurechtmachen).
5. <verstärkend, bekräftigend bei Adjektiven u. Verben>
etwas f. (schön) säuberlich aufschreiben;
dass du mir f. (schön) brav bist!

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fein <Adj.> [mhd. fīn < (a)frz. fin = fein, zart, über ein galloroman. Wort mit der Bed. „Äußerstes, Bestes“ zu lat. finis = Ende, Grenze; Äußerstes, Höchstes]: 1. a) von dünner, zarter Beschaffenheit: -es Gewebe; -e Linien, Striche; eine -e Röte überzog ihr Gesicht; Im Süden erstrecken sich über dem -en Dunst der Uferregion die blauen Gebirgszüge (Berger, Augenblick 136); Im Winter war es gleichfalls etwas Weinfarbenes, f. in sich gestreift (Domin, Paradies 112); ihr Haar ist sehr f.; ein -es (engmaschiges) Sieb; die f. geäderten Flügel der Libelle; f. genarbtes Leder; f. geschliffenes Kristall; f. gesponnenes Garn; ein f. gestreifter Anzug; f. gezähnte Blätter; ein f. gezeichnetes Gefieder; b) von angenehm-zartem Äußeren; nichts Grobes enthaltend, in allen Einzelheiten ausgebildet: ein -es Profil; -e Hände haben; das Mädchen hat ein -es, ein f. geschnittenes Gesicht; Du hättest ihn sehen sollen, den alten Kavalier ... mit seinem f. geschnittenen Schädel (Erné, Fahrgäste 69)); f. geschwungene Augenbrauen; c) aus kleinsten Teilchen bestehend: -er Zucker; der Sand ist in dieser Bucht besonders f.; f. gemahlen; f. gehackte, geschnittene Kräuter; f. gestoßener Zimt; f. vermahlenes Korn, Mehl; f. verteilter Puderzucker; d) sehr leise u. zart: er hörte ein -es Stimmchen; Gleich würde es f. klingeln, man würde ihn nach nebenan holen (Springer, Was 306). 2. a) einfühlsam, feinsinnig: ein -es Verständnis, einen -en Sinn für etw. haben; in ihren Worten lag eine -e Ironie; er sagte es mit -em Humor; b) fähig, auch nur andeutungsweise vorhandene Sinneseindrücke wahrzunehmen bzw. auf Impulse zu reagieren; empfindlich, scharf, genau, exakt: ein -es Gehör, eine -e Nase haben; -e Instrumente; Die -e Automatik (ADAC-Motorwelt 1, 1987, 37); ein -er Beobachter; Die Lenkung ist dagegen f., denn sie funktioniert leichtgängig (ADAC-Motorwelt 2, 1983, 24); Unterschiede f. (alle Einzelheiten berücksichtigend, genau) herausarbeiten; c) nur einem scharfsinnigen Beobachter (als solches) erkennbar: ein -er Schachzug; f., aufs -ste/(auch:) Feinste ausgeklügelt. 3. a) von ausgezeichneter Qualität, hochwertig, erlesen, vorzüglich, exquisit: -es Gebäck, Tafelobst; Wann treffen wir uns zu einem -en Essen? (Bund 9. 8. 80, 6); es duftet nach einer -en Seife; er kann einfach nicht aus seinem -en Zwirn (Woche 7. 3. 97, 3); -es (reines) Gold, Silber; die -e Küche (die Zubereitung feiner Speisen); alles soll aufs -ste, alles aufs beste bei der Begräbnisfeier sein (Prodöhl, Tod 120); <subst.:> sie kauft immer nur das Feinste vom Feinen (das Allerbeste, die allerbeste Qualität); das Unterhaltungsprogramm war nicht gerade vom Feinsten (nicht sehr niveauvoll); es gab Fußball vom Feinsten (hochklassigen Fußball); Außen wie innen vom Feinsten: Die Füllung für das Perlhuhn wird aus Kalbsbrust, Brot, Basilikum und Pistazien gemacht (e & t 7, 1987, 15); b) (ugs.) erfreulich, lobenswert: das ist eine -e Sache; f., dass du wieder da bist; der Vortrag war f. kurz; *f. [he]raus sein (ugs.; [nach Überwindung einer Schwierigkeit] in glücklicher Lage sein): wer damals in dieser Branche investiert hat, ist heute f. raus; nur wer Schulden machen kann, ist f. heraus. Sie verschwinden von selbst (Remarque, Obelisk 46); c) (ugs.) (von Menschen) anständig, nett: er ist wirklich ein -er Kerl; Immer heißt es, privat sei er der -ste Mensch (Innerhofer, Schattseite 237); (iron.:) du hast ja eine -e Verwandtschaft; da kommt die -e Kollegin. Jetzt will sie sich verlustieren. Zuschauen, wie mir der Kopf geschoren wird vom Kreisleiter (M. Walser, Eiche 16). 4. gepflegt, vornehm, elegant [aussehend]: ein -er Herr; -e Manieren; sie legte ebenfalls großen Wert auf die -e Lebensart, was bei ihr mit Sauberkeit und Ordnungsliebe begann (Danella, Hotel 200); (abwertend:) ein -er Pinkel; du bist dir wohl zu f. dafür; f. aussehen; sich f. machen (sich gut anziehen, sich nett zurechtmachen); Die Zuhälter vom Kiez, mit Rollex, Brilli, Al-Capone-Hut und weißem Anzug f. gemacht (Hamburger Morgenpost 8. 7. 85, 12); Die alte Mutter der Geschwister kommt f. angezogen ebenfalls zu Besuch (Berger, Augenblick 64). 5. <verstärkend, bekräftigend bei Adj. u. Verben>: etwas f. (schön) ordentlich aufschreiben; dass du mir f. (schön) brav bist!; Schwester Petra mit ihrem Instrumentiertisch, auf dem die Instumente f. säuberlich geordnet liegen (Hackethal, Schneide 30); Und nu machste f. die Kuckerchen zu (Schnurre, Ich 60).

Universal-Lexikon. 2012.

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